Georg Kreisler - Lieder eines jüdischen Gesellen /CDArt.-Nr. KIP 6011
Georg Kreisler: Flügel und Gesang
Onkel Joschi / Der General / Ich hab a Mädele / Sie ist ein herrliches Weib / Die Zweitausend / Mein Weib will mich verlassen / ch fühl mich nicht zu Hause / Lassen Sie nur meine Tante / Für was bist du gekommen / Weder noch / ch hab ka Lust / Das war gut / Der Beschluss / Der Witz Spielzeit 55.11 Aufnahmen: Basel, April & Mai 1999, Burgvogtei, Volkshaus, durch Andreas Torkler & Andreas Bittel. Mischung und Mastering: A. Torkler & A. Bittel, Gütersloh. Komponiert, getextet, neu arrangiert und eingespielt von Georg Kreisler »Jüdeln darf man nicht mit der jiddischen Sprache verwechseln. Es ist deutsch mit einer bestimmten Melodik und einem bestimmten Humor. Als ich 1955 nach Wien zurückkehrte, war das Jüdeln so gut wie verschwunden, die unmittelbare Vergangenheit lastete zu schwer auf allen. Am Anfang der sechziger Jahre unternahm ich also den ebenso schüchternen wie aussichtslosen Versuch, das Jüdeln mittels ein paar Liedern ein wenig in Erinnerung zu rufen.« Georg Kreisler Enthielt die vorangegangene CD »Die alten, bösen Lieder« vorwiegend Neueinspielungen der Titel, die ihn in den 50er und 60er Jahren berühmt gemacht haben, so zeigt sich »Lieder eines jüdischen Gesellen« weitgehend als Neuaufnahme der »Nichtarischen Arien«. Lange bevor die Klezmer-Welle nach Deutschland schwappte, hat Georg Kreisler in den sechziger Jahren sein Judentum aufgearbeitet und die wohl ersten Lieder in jüdischem Deutsch veröffentlicht. Gespickt mit jüdischem Humor und Melancholie hätten es Titel wie »Der General« oder »Für was bist du gekommen« ebenso verdient, sich ins Gedächtnis der Fans einzugraben wie das »Taubenvergiften«. Sehr biographisch muten in diesem Liederzyklus dabei die Texte »Ich fühl mich nicht zu Hause« und »Lassen sie nur meine Tante« an. Auch diese CD zeigt die Zeitlosigkeit seiner Werke mit Texten, die über das Kabarettistische hinausgreifen. Im besten Sinne eigenartig, bleibt er einzigartig und nach wie vor unerreicht. Seinen kabarettistischen Enkeln wird einmal mehr vorgemacht, wie Werke jenseits des kurzfristigen Lacherfolgs beschaffen sein müssen.
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